Wie Bilddaten zwischen Praxen wandern
Zwischen Aufnahme und Befund liegt selten die Medizin. Es liegt der Weg dazwischen, und der ist in der Schweiz erstaunlich oft noch eine gebrannte CD. Eine Ordnung der Wege, ihrer Voraussetzungen und ihrer blinden Flecken.
Weg hinein
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Modalitäten im eigenen Netz
Direkte Verbindung zu den Geräten
Das Gerät sendet an ein festes Ziel, wie an einen Drucker
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Institut, Spital, Partnerpraxis
Anbindung eines fremden Hauses
Regeln entscheiden, welche Studie zu welchem Auftraggeber geht
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Zuweiser, Kolleginnen, Patienten
Verschlüsselter Nachrichtenkanal
Die Studie als Anhang, mit einem Rückweg im selben Verlauf
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CD, USB-Stick, DICOM-Ordner
Upload im Browser
Für alles, was weiterhin auf Datenträgern ankommt
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Praxis- und Klinikinformationssystem
Programmierschnittstelle
DICOMweb, für Software, die selbst Studien übergibt
Archiv
Bildarchiv
Eingang
Die Studie erscheint und wird einer Person zugeordnet
Archiv
Herstellerneutral, im DICOM-Standard
Weg hinaus
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Das Behandlungsteam
Betrachter im Browser
Ohne Installation, an jedem Arbeitsplatz
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Die Ärztin in der Sprechstunde
Das Primärsystem
Bilder in der Krankengeschichte statt im zweiten Programm
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Kolleginnen, Institute, Zuweiser
Nachrichtenkanal
Frage, Antwort und Bilder in einem Verlauf
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Patienten, Zweitmeinung, Gutachten
Link ohne Konto
Der Empfänger braucht nichts ausser einem Browser
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Bestehendes Archiv, Sicherung
Kopie im eigenen Haus
Wo eine interne Vorgabe oder die Aufsicht das verlangt
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Anbieterwechsel, eigene Software
Vollständiger Export
Im Standardformat, ohne Projekt und ohne Gebühr
- Weg hinein
- Eingang und Archiv
- Weg hinaus
Eine Untersuchung ist in Minuten aufgenommen. Bis sie dort liegt, wo jemand sie beurteilt und weiterbehandelt, vergehen oft Tage. Der Grund ist selten die Aufnahme und fast nie die Befundung. Es ist die Strecke dazwischen.
Technisch ist diese Strecke seit Jahrzehnten gelöst. DICOM, der Standard für medizinische Bilddaten, ist älter als das Web und beschreibt nicht nur das Dateiformat, sondern auch, wie zwei Systeme Bilder direkt austauschen. Trotzdem brennt die Schweizer Radiologie täglich CDs. Das ist kein technisches Versäumnis, sondern eine Folge davon, wie die Wege beschaffen sind.
Fünf Muster, und nur eines endet am richtigen Ort
Praktisch alles, was heute zwischen Häusern bewegt wird, lässt sich auf fünf Muster zurückführen. Sie unterscheiden sich weniger in der Geschwindigkeit als darin, was sie von der empfangenden Seite verlangen.
| Weg | Was er voraussetzt | Wo er endet |
|---|---|---|
| Datenträger, CD oder USB | Auf beiden Seiten ein Laufwerk und Zeit | Auf einem Schreibtisch, bis jemand einliest und von Hand zuordnet |
| Nichts ausser einem Postfach | An der Anhangsgrenze. Eine CT-Serie überschreitet sie um ein Vielfaches | |
| Zuweiserportal des bildgebenden Hauses | Ein eigenes Konto je Haus | Im Browser, mit einem Download, der danach lokal liegt |
| Filesharing-Dienst | Ein Konto, häufig ausserhalb der Schweiz | In einem Ordner ohne Bezug zur Krankengeschichte |
| Direkte Verbindung zwischen den Archiven | Eine Einrichtung auf beiden Seiten, einmalig | Im Archiv des Empfängers, mit den Angaben der Studie |
Warum die CD überlebt hat
Die CD ist der einzige Weg, der ohne Absprache funktioniert. Das sendende Haus muss nichts über die Empfängerin wissen, nicht welches System sie betreibt, nicht ob sie eines betreibt. Es brennt, kuvertiert und ist fertig; alles Weitere ist das Problem der anderen Seite. Diese Asymmetrie ist der eigentliche Grund für ihr Überleben, nicht die Gewohnheit.
Sie hat einen Preis, den die sendende Seite nicht sieht. Die empfangende Praxis wendet je Datenträger einige Minuten auf: einlesen, Patient suchen, Studie zuordnen, ablegen. Bei fünf CDs pro Woche sind das wenige Stunden im Jahr, bei fünfzig ein Arbeitstag pro Monat. Dazu kommen die Datenträger, die gar nicht ankommen, und die, die unlesbar sind.
Die übrigen drei der ersten vier Wege verschieben dasselbe Problem nur woandershin. Ein Zuweiserportal ist für das Institut bequem, weil es die Verteilung löst; für eine Praxis mit vier bildgebenden Partnern bedeutet es vier Konten, vier Anmeldungen und vier Orte, an denen etwas liegen könnte.
Der Schritt, der selten mitgerechnet wird
Über den Transport schreibt jeder Anbieter. Was danach kommt, steht in keinem Datenblatt: die Zuordnung. Eine Studie, die ankommt, gehört zu einem Menschen, der im empfangenden System bereits existiert — meist unter einer leicht anderen Schreibweise, mit einem Zahlendreher im Geburtsdatum oder als Dublette aus zwei Terminen.
Solange dieser Abgleich von Hand geschieht, ist es gleichgültig, wie schnell die Bilder unterwegs waren. Der Engpass sitzt am Ziel, nicht auf der Strecke. Deshalb ist die nützlichste Frage an jeden Übermittlungsweg nicht, wie schnell er ist, sondern wo er endet.
Ein Weg, der Bilder in einen Ordner legt, aus dem sie jemand von Hand herausholt, hat die Arbeit verschoben und nicht abgenommen.
Worauf es bei der Wahl ankommt
Die Wahl des Wegs entscheidet nicht die Technik, sondern wer auf der anderen Seite sitzt. Eine Praxis braucht am Ende meist zwei: einen für das, was regelmässig und automatisch hereinkommt, und einen für den Einzelfall, den ein Mensch losschickt. Fünf Fragen taugen für beide.
- Endet der Weg im Archiv oder in einem Ordner? Das ist die Frage, die den Aufwand bestimmt.
- Was muss die Gegenseite einrichten? Ein Weg, der auf der anderen Seite ein Projekt auslöst, wird nicht benutzt.
- Kommen die Bilder als DICOM an, mit allen Angaben, oder als exportierte Einzelbilder ohne Kontext?
- Wo liegen die Daten, und unter welchem Recht steht der Betreiber? Für Patientendaten braucht es einen Auftragsbearbeitungsvertrag nach Art. 9 DSG.
- Wie kommen die Daten wieder heraus? Aufbewahrungsfristen für Krankengeschichten sind kantonal geregelt und liegen bei zehn Jahren und mehr; sie überdauern die meisten Anbieterbeziehungen.
Die letzte Frage ist die unbequemste und die einzige, die sich nur vor dem Vertrag stellen lässt. Danach ist sie eine Verhandlung.
Der Bauplan dahinter
Das Schaubild oben zeigt das Muster, nach dem ein Bildarchiv angeschlossen wird, unabhängig davon, von wem es stammt: mehrere Wege hinein, ein Eingang, an dem zugeordnet wird, ein Archiv im Standardformat, und mehrere Wege hinaus. Wer ein System beurteilt, kann es daran abklopfen. Fehlt ein Teil, entsteht dort die Handarbeit — und zwar dauerhaft, nicht nur in der Einführungsphase.