Gratis-Eintritt zur IFAS anfragen Gratis-Eintritt anfragen
Zum Inhalt springen
Unomed

Ihr KI-Chat kann jetzt mit dem Bildarchiv sprechen

Viele Praxen haben inzwischen einen KI-Chat, der datenschutzrechtlich abgeklärt ist, und eine Fachsoftware, mit der sie zufrieden sind. Nur reden die beiden nicht miteinander. Ein MCP-Server ist das Stück, das fehlt. Was er leistet, am Beispiel eines Bildarchivs.

Von Reto Odoni

Erschienen

7 Min. Lesezeit

Zuweisung Anna Keller 2 Server verbunden
  1. Sandra Meier 08:14

    Ist die Zuweisung von Dr. Brunner für Anna Keller schon da?

  2. Unomed KI 08:14

    MCP E-Mail Postfach durchsuchen

    läuft … Zuweisung von Dr. Brunner gefunden

  3. MCP E-Mail Zuweisung lesen

    läuft … Knie links, MRI bereits gemacht

  4. MCP Unomed PACS Bilder suchen

    läuft … 3 Studien gefunden

  5. Ja, heute um 07:42. Verdacht auf Meniskusläsion links. Die Bilder sind schon da:

    • 28.09.2026 MRI Knie links Im Viewer öffnen
    • 28.09.2026 Röntgen Knie links Im Viewer öffnen
    • 03.02.2026 Röntgen Knie beidseits Im Viewer öffnen
  6. Sandra Meier 08:14

    Leg die Zuweisung bei ihr ab.

  7. Unomed KI 08:14

    Zuweisung bei Anna Keller ablegen?

    Ablegen Abbrechen

  8. MCP Unomed PACS Zuweisung ablegen

    läuft … Abgelegt

  9. Erledigt. Die Zuweisung liegt bei Frau Keller.

Verbundene MCP-Server

  • E-Mail Postfach der Praxis
  • Unomed PACS Bilder, Befunde, Dokumente
  • Weitere anhängen Kalender, Praxissystem, Labor
Ein Beispiel mit erfundenen Daten: Der Chat liest die Zuweisung im Postfach, findet die Bilder im PACS und legt erst ab, wenn jemand bestätigt.

Wer heute in der Praxis einen KI-Chat benutzt, kopiert. Einen Befund aus dem Archiv in den Chat, die Zusammenfassung zurück in die Krankengeschichte, eine Frage ins Suchfeld der dritten Software. Der Chat versteht die Frage, aber er sieht nichts von dem, worüber er sprechen soll. Die Arbeit zwischen den Fenstern bleibt bei den Menschen.

Das liegt nicht am Chat und nicht an der Fachsoftware. Es fehlt die Verbindung zwischen beiden. Bisher hätte jede Software für jeden Chat eine eigene Anbindung gebraucht, und das hat niemand gebaut.

Was ein MCP-Server ist

MCP steht für Model Context Protocol. Es ist ein offener Standard, den Anthropic im November 2024 vorgestellt hat und den inzwischen die grossen KI-Assistenten unterstützen. Er legt fest, wie ein KI-Chat bei einer anderen Software nachfragt und ihr Aufträge gibt: welche Handgriffe es gibt, was jeder braucht und was er zurückgibt.

Der MCP-Server ist die Seite der Fachsoftware. Er beschreibt dem Chat, was möglich ist, zum Beispiel «Studien einer Patientin suchen» oder «Befund lesen», und führt es aus, wenn der Chat darum bittet. Die Software bleibt, wie sie ist. Sie bekommt nur eine zweite Tür, durch die man in Sätzen statt in Klicks hineinkommt.

Der Vergleich, der am besten trägt, ist eine neue MPA am ersten Tag. Sie kennt die Abläufe noch nicht, aber man kann ihr sagen, was man braucht, und sie weiss, wo sie nachschaut. Genau das bekommt der Chat: nicht das ganze Archiv, sondern die Handgriffe, mit denen man darin arbeitet.

Sechs Aufträge an ein Bildarchiv

Was das im Alltag heisst, zeigt sich am besten an Sätzen, die in einer Praxis ohnehin fallen. Jeder davon ist heute eine kleine Suche in einem zweiten Programm.

Der Satz im ChatWas im Archiv passiert
«Welche Aufnahmen haben wir von Hans Meier seit 2023?» Die Studien der Person werden gesucht und mit Datum, Untersuchungsart und Herkunft aufgelistet.
«Öffne das letzte Knie-MRI.» Der Chat antwortet mit einem Link, der die Studie im Viewer öffnet. Die Bilder selbst gehen nicht durch den Chat.
«Was stand in den Befunden der letzten drei Jahre?» Die Befundberichte werden gelesen und zusammengefasst, mit Datum und Quelle zu jeder Aussage.
«Schick Dr. Brunner einen Link für die Zweitmeinung.» Der Chat bereitet einen Link ohne Konto vor und fragt, ob er ihn senden soll.
«Was ist seit gestern im Eingang, das noch niemandem zugeordnet ist?» Die offenen Studien werden aufgelistet, jede mit einem Vorschlag, zu wem sie gehört. Zugeordnet wird nach Bestätigung.
«Mach mir das CT anonym für die Fallbesprechung.» Eine Kopie ohne Namen und Geburtsdatum wird erzeugt, das Original bleibt unverändert.
Die ersten drei Aufträge lesen nur. Die letzten drei verändern etwas oder geben etwas nach aussen, und deshalb fragt der Chat bei ihnen nach, bevor er handelt.

Keiner dieser Aufträge ist für sich spektakulär. Der Unterschied liegt darin, dass man sie nicht mehr in fünf Klicks übersetzen muss, und dass sie sich verketten lassen: suchen, zusammenfassen, weitergeben, in einem Satz und einem Fenster.

Mehrere Server, ein Gespräch

Ein Chat ist nicht auf einen Server beschränkt. Er kann gleichzeitig mit dem Bildarchiv, dem Postfach der Praxis, dem Kalender oder dem Praxissystem verbunden sein, jedes mit seinem eigenen MCP-Server. Welchen er für eine Frage braucht, entscheidet er selbst.

Das Beispiel oben zeigt, warum das den Unterschied macht. Eine Zuweisung kommt per E-Mail, die Bilder dazu liegen im PACS. Heute sind das zwei Programme und eine Suche in jedem. Mit zwei verbundenen Servern ist es eine Frage: Der Chat öffnet die Mail, liest den Anhang, sucht mit Name und Geburtsdatum die Studien und legt die Zuweisung nach Bestätigung dazu.

Wo die Grenze verläuft

Ein Chat, der im Archiv arbeiten kann, muss sich an dieselben Regeln halten wie ein Mensch, der es tut. Drei davon sind nicht verhandelbar.

  • Der Chat arbeitet mit den Rechten der Person, die ihn benutzt. Wer eine Studie im Archiv nicht sehen darf, bekommt sie auch im Chat nicht.
  • Lesen geht sofort, Verändern nur nach Bestätigung. Zuordnen, Senden und Anonymisieren schlägt der Chat vor; ausgeführt wird es erst, wenn ein Mensch zustimmt.
  • Jeder Auftrag wird protokolliert, mit Person, Zeit und Ergebnis. Was der Chat getan hat, lässt sich später nachvollziehen wie jede andere Änderung im Archiv.
Der Chat soll arbeiten wie eine gute MPA: nachschauen, vorbereiten, fragen. Unterschreiben tut jemand anderes.

Worauf es bei der Wahl ankommt

Dass eine Software «KI kann», sagt inzwischen jeder Anbieter. Die nützlichere Frage ist, ob sie sich von dem Chat bedienen lässt, den Sie schon haben, oder ob sie Ihnen einen zweiten aufzwingt. Fünf Fragen helfen bei der Einordnung.

  • Gibt es einen MCP-Server, oder nur einen eingebauten Assistenten, der ausschliesslich in dieser einen Software funktioniert?
  • Arbeitet der Chat mit den Rechten des einzelnen Benutzers, oder mit einem Sammelkonto, das alles sieht?
  • Welche Handgriffe verändern Daten, und fragt die Software bei jedem davon nach?
  • Wird protokolliert, was über den Chat ausgelöst wurde?
  • Lässt sich der Chat wechseln, ohne die Anbindung neu zu bauen? Ein offener Standard ist genau dafür da.

Die letzte Frage wird unterschätzt. KI-Modelle wechseln im Halbjahrestakt. Eine Anbindung, die an einen bestimmten Anbieter gebunden ist, veraltet mit ihm.

Im Unomed PACS

Das Unomed PACS hat einen MCP-Server. Er stellt die Handgriffe aus der Tabelle oben bereit: Studien suchen, Viewer-Links erzeugen, Befunde lesen, Links ohne Konto vorbereiten, den Eingang sichten und Studien anonymisieren. Er arbeitet mit den Rechten des angemeldeten Benutzers, fragt vor jeder Änderung nach und protokolliert jeden Auftrag. Das Archiv liegt in zertifizierten Rechenzentren in der Schweiz.

Das Schaubild darunter zeigt, wie das zusammenhängt. Links stehen die Stellen, an denen gefragt wird, in der Mitte die MCP-Server, rechts was dabei erledigt wird. Der Server des PACS ist einer davon; ein Server für das Postfach oder den Kalender lässt sich im selben Chat daneben anhängen. Derselbe Server bedient auch feste Abläufe , die ohne Frage laufen, etwa das nächtliche Vorsortieren des Eingangs.

Wo gefragt wird

  • Ärztin, MPA

    KI-Chat im Browser

    Ein Assistent mit MCP-Unterstützung, den die Praxis schon abgeklärt hat

  • Praxen und Kliniken mit eigener IT

    Lokal betriebenes Modell

    Das Sprachmodell läuft im eigenen Netz

  • PIS mit eigener KI

    Assistent im Praxissystem

    Wo das Primärsystem selbst einen Chat mitbringt

  • Niemand, er läuft von selbst

    Fester Ablauf

    Wiederkehrende Aufgaben ohne Frage, etwa nachts den Eingang sichten

MCP-Server

MCP-Server

Unomed PACS

Bilder, Befunde und Eingang, in der Schweiz. Prüft Rechte, fragt vor Änderungen

+ weitere Server

E-Mail, Kalender, Praxissystem: im selben Chat dazu anhängen

Was erledigt wird

  • E-Mail-Server

    Zuweisung lesen

    Die Mail öffnen und den Anhang lesen

  • Suche

    Studien finden

    Alle Aufnahmen einer Person, mit Datum und Herkunft

  • Link

    Im Viewer öffnen

    Die Bilder öffnen sich im Browser, nicht im Chat

  • Lesen

    Befunde zusammenfassen

    Mit Datum und Quelle zu jeder Aussage

  • Weitergeben, nach Bestätigung

    Link ohne Konto

    Für Zweitmeinung, Zuweiser oder Patientin

  • Vorschlag, nach Bestätigung

    Ablegen und zuordnen

    Zuweisung oder Studie zur richtigen Person, erst nach Bestätigung

  • Wo gefragt wird
  • MCP-Server
  • Was erledigt wird
Mehrere Stellen, an denen gefragt wird, mehrere Server, an die der Chat sich wendet. Der Server des PACS ist einer davon, E-Mail oder Kalender hängt man daneben an. Der Chat bekommt Handgriffe, nicht die Daten: Lesen geht sofort, alles was verändert oder nach aussen geht, erst nach Bestätigung.

Häufige Fragen

Was ist ein MCP-Server?

Die Schnittstelle, über die ein KI-Chat mit einer anderen Software arbeitet. MCP steht für Model Context Protocol, einen offenen Standard. Der Server beschreibt dem Chat, welche Handgriffe es gibt, etwa «Studien suchen» oder «Befund lesen», und führt sie aus, wenn der Chat darum bittet.

Welchen KI-Chat kann ich mit dem PACS verbinden?

Jeden, der MCP unterstützt. Das sind inzwischen die grossen KI-Assistenten, dazu Werkzeuge, mit denen sich ein Sprachmodell im eigenen Netz betreiben lässt. Für Patientendaten sollte es ein Chat sein, für den ein Auftragsbearbeitungsvertrag besteht und dessen Betreiber die Daten nicht zum Training verwendet.

Sieht der KI-Chat alle Patientendaten im Archiv?

Nein. Er arbeitet mit den Rechten der Person, die ihn benutzt, und bekommt nur, was er für die Antwort auf eine konkrete Frage braucht. Die Bilder selbst gehen nicht durch den Chat; er gibt einen Link zurück, der sie im Viewer öffnet.

Kann der Chat Daten im Archiv verändern?

Nur nach Bestätigung. Zuordnen, Senden und Anonymisieren schlägt der Chat vor, und ausgeführt wird es erst, wenn ein Mensch zustimmt. Jeder Auftrag wird mit Person und Zeit protokolliert.

Brauche ich dafür ein neues Praxissystem?

Nein. Der MCP-Server gehört zum Archiv, nicht zum Praxissystem. Ihr Praxissystem bleibt, wie es ist; der Chat arbeitet daneben im Archiv.

Dazu auf dieser Seite

Weitere Beiträge

Alle Beiträge
Insights 6 Min. Lesezeit

Wie Bilddaten zwischen Praxen wandern

Zwischen Aufnahme und Befund liegt selten die Medizin. Es liegt der Weg dazwischen, und der ist in der Schweiz erstaunlich oft noch eine gebrannte CD. Eine Ordnung der Wege, ihrer Voraussetzungen und ihrer blinden Flecken.

Beratung

Fragen zu Ihrer eigenen Praxis?

Wir schauen uns an, wo bei Ihnen die Handarbeit zwischen den Systemen anfängt, und sagen Ihnen, was sich davon lösen lässt. Ohne Verkaufsgespräch.

Beratung anfragen